Unsere Schule erhielt 1994 den Namen "Lisa-Tetzner-Schule". Lisa Tetzner ist ein Vorbild: Sie setzte sich in ihrem Leben und Werk für benachteiligte Kinder und Jugendliche ein und stellte diejenigen Menschen in den Mittelpunkt, die sonst leider übersehen werden. Sie kämpfte mit ihren Worten und Geschichten gegen Unterdrückung. Trotz schwerer Krankheit und Behinderung blieb sie stark und ging ihren Weg.

Geboren am 10. November 1894 in Zittau
Gestorben  am 2. Juli 1963 in Carona / Schweiz
Beruf: Märchenerzählerin und Kinder- und Jugendbuchautorin

Mit 11 Jahren erkrankt Lisa an Keuchhusten und erleidet eine Knochenmarktuberkulose, die zur lebenslangen Versteifung ihres linken Knies führt. Während ihrer 3 Jahre dauernden Bettlägerigkeit zieht sie sich in eine märchenhafte Phantasiewelt zurück und verfasst erste Geschichten und Texte.

1913 – 1917 absolviert Lisa Tetzner eine Ausbildung als Fürsorgerin in Berlin. 1916 ist sie von einem dänischen, durch Deutschland wandernden Märchenerzähler so fasziniert, dass sie sich neu orientiert: Sie studiert an der Berliner Universität Stimmbildung und Vortragskunst.
Ab Sommer 1918 bis 1923 zieht Tetzner als Märchenerzählerin durch die Dörfer Mittel- und Süddeutschlands, durch Thüringen und Schwaben, durch das Ruhrgebiet und das Rheinland.

1919 lernt sie Kurt Held (1897–1959) kennen und lieben. 1921-1924 erkrankt Lisa Tetzner erneut: eine Hüftgelenksentzündung führt zu einer dauernden Versteifung. Am 23.12.1924 heiratet sie Kurt Kläber in Düsseldorf. Trotz ihrer Erkrankung ist sie in den 1920er Jahren deutschlandweit als Märchenerzählerin gefragt.

Ab 1927 ist Lisa Tetzner am Berliner Rundfunk tätig. Sie nimmt mit Kindern Hörspiele und Märchen für das Kinderradio auf. Ab 1928 beginnt Lisa Tetzner, eigene Kinderbücher zu schreiben.
Im Februar 1933 fliehen Lisa und ihr Mann vor den Nazis in die Schweiz. Ihre Kinder- und Jugendbücher werden in Deutschland verboten. 1938 wird ihr die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt. Die Schweizer Staatsbürgerschaft erhält sie erst 1948. In der Schweiz arbeitet Lisa weiter als Märchenerzählerin und Autorin.

Nach dem Tod Kurt Kläbers am 9.12.1959 veröffentlicht Lisa Tetzner keine Kinder- und Jugendbücher mehr. Am 2.07.1963 stirbt sie im Krankenhaus in Lugano an einem Gehirnschlag.

Mit dem neunbändigen Werk "Erlebnisse und Abenteuer der Kinder aus Nr. 67. Odyssee einer Jugend" schrieb sie das wohl beste Jugendbuch über das Thema Kinder und Nationalsozialismus. Die Romane zeigen aus Kinderperspektive die Wurzeln des Faschismus und Antisemitismus, ihre Entwicklung und Folgen.

1980 wurde Lisa Tetzners Kinderodyssee unter dem Titel "Die Kinder aus Nr. 67 oder Heil Hitler, ich hätt' gern 'n paar Pferdeäppel" verfilmt.